Stan Kenton

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Stanley Newcomb „Stan“ Kenton (* 19. Februar 1912[1] in Wichita, Kansas; † 25. August 1979 in Los Angeles) war ein US-amerikanischer Jazz-Pianist, -komponist und Orchesterleiter.

Inhaltsverzeichnis

Biographisches

Stan Kenton wuchs in Los Angeles auf und spielte bereits als zehnjähriger Junge Klavier. Er erlernte das Klavierspiel unter anderem bei seiner Mutter, bei Frank Hurst und Earl 'Father' Hines. 1930 spielte er in San Diego, ging 1934 als Pianist zu Everett Hoagland, dann zu Gus Arnheim, Vido Musso und Johnny Davis. 1941 gründete er seine erste Big Band mit eigenen Kompositionen und Arrangements noch im Swingstil. Mit Pete Rugolo engagierte Kenton 1946 einen Arrangeur, der experimentell angelegte Stücke für fünf Trompeten, vier Posaunen und fünf Saxophone schrieb, die bereits die Bezeichnung Progressive Jazz provozierten und 1947 in der Hinwendung zum Afro Cuban Jazz ihren vorläufigen Abschluss fanden. Noch 1947 löste Kenton seine Big Band auf. Unter dem Stichwort Innovations in Modern Music folgte bis 1951 eine nächste Periode, in der er einerseits an „symphonischem Jazz“ (beispielsweise Kompositionen von Robert Graettinger) interessiert war, aber auch lateinamerikanische Stücke (u .a. von Chico O’Farrill) neben konventionelleren Jazzkompositionen spielen ließ. In seinem Orchester spielten z. B. Chico Alvarez (Trompete), Kai Winding, Art Pepper, Eddie Safranski, Maynard Ferguson, Stan Getz, Shelly Manne, Conte Candoli, Frank Rosolino, Lee Konitz, Zoot Sims und die Jazz-Sängerin June Christy. Stan Kenton wurde durch die ungewöhnlich arrangierten Jazzstücke berühmt.

In den Jahren 1952-53 bekam Stan Kentons Musik wieder mehr Jazzbetonung durch das Hinzuziehen weiterer namhafter Arrangeure, wie Gerry Mulligan, Bill Russo und Bill Holman, wie für das Album New Concepts of Artistry in Rhythm. Die Schallplatten Stan Kentons waren auch in Europa erfolgreich. Er unternahm ausgedehnte Tourneen durch Europa um 1953. In der zweiten Hälfte der 1950er Jahre konnte er das in seiner Band erreichte Niveau aus ökonomischen Gründen nicht aufrecht erhalten und spielte in Fernsehshows. Später gingen seine Bestrebungen mit dem Neophonic Orchestra in Richtung Third Stream.

Kenton hat auch Nat King Cole bei seinen Aufnahmen „Orange Coloured Sky“ und „Jam-Bo“ begleitet.

Musikalische Bedeutung

Kenton emanzipiert die Big Band aus dem Dasein als Tanzorchester und erweitert ihr Repertoire in Richtung symponischer Musik und Third Stream. Damit bereitet er den Weg für eine Rezeption des Jazz in den Konzertsälen. Der Kenton-Klang geht z. T. sehr in die Breite, da er teilweise bis zu 40 Musiker in seinem Orchester beschäftigt hatte. Das Orchester verfügte über eine große, manchmal bombastisch wirkende Brass-section.

Diskographie

Für die amerikanische Schallplattenfirma Capitol-Records nahm er eine Menge progressiver Jazztitel auf. Die bekanntesten Stücke, welche bei Capitol veröffentlicht wurden, sind: Artistry in Rhythm (1943), Concerto to End All Concertos (1946), Intermission Riff (1946), Artistry in Boogie (1946), Safranski (mit Eddie Safranski, 1946), Across the Alley from the Alamo (mit June Christy, 1947), The Peanut Vendor (1947), Artistry in Tango (1951), Blues in Burlesque (1951), Mambo Rhapsody (1952), Thermopolae (1952), Delicado (1952), Taboo (1953), Jeepers Creepers (1953) u. v. a.

Weblinks

Literatur

  • Dietrich Schulz-Köhn Stan Kenton, Pegasus Verlag, Wetzlar, 1961
  • Carol Easton Straight ahead- story of Stan Kenton, 1973, Da Capo 1981
  • William Lee Stan Kenton- Artistry in Rhythm, Los Angeles, Creative Press 1980
  • Lillian Arganian Stan Kenton - the man and his music, Artistry Press 1989
  • Michael Sparke, Pete Venudor: Stan Kenton: The Studio Sessions. A Discography. 1994.

Anmerkungen

  1. Es wird auch der 15. Dezember 1911 angegeben, z.B. in Bohländer u.a. Reclams Jazzführer 1989

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