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David Roy „Little Jazz“ Eldridge (* 30. Januar 1911 in Pittsburgh, Pennsylvania; † 26. Februar 1989 in Valley Stream, New York) war einer der bedeutendsten US-amerikanischen Jazztrompeter.
Leben und KarriereRoy Eldridge erhielt von seinem älteren Bruder Joe den ersten Trompetenunterricht. Beeinflusst wurde er vom seinerzeit ignorierten, da zu fortschrittlichen Trompetenstil des Jabbo Smith. Eldridge spielte bis Anfang der 1930er Jahre in einer Reihe unbekannterer Orchester[1], bevor er wieder nach Pittsburgh zurückkehrte und mit seinem Bruder Joe ein Orchester gründete, in dem auch Kenny Clarke mitwirkte, dasEldridge Brothers Rhythm Team. Dann ging Eldridge mit seinem Bruder nach New York und ging zu Teddy Hill, wo er mit Chu Berry Hauptsolist war, und stieß bald darauf zu den McKinney’s Cotton Pickers. 1935 wurde er Mitglied der damals führenden Big Band von Fletcher Henderson, wo er bis 1937 blieb. In dieser kurzen Zeit etablierte er sich als einer der größten Jazztrompeter aller Zeiten. Er nahm nun erste Platten auf wie Stealin' Apples, You Can't Depend on Me und Christopher Columbus. 1936 gründete er eine eigene Formation, mit der er im „Three Deuces“ in Chicago auftrat. 1938 löste er diese wieder auf, um sich dem Studium der Radiotechnik zu widmen.[2] Die Jahre zwischen 1935 und 1938 waren für ihn die Zeit des entscheidenden Durchbruchs und der ersten Schallplatten, die Aufmerksamkeit auf den Trompeter lenkten: Der schnelle „Heckler's Hop“, der leidenschaftliche „Wabash Stomp“ und das sprühende „After You've Gone“ bildeten glänzende Beispiele seines Stils.[3] Bis 1944 spielte er oft in kleinen Besetzungen mit verschiedenen Größen der Swing-Ära wie Benny Goodman, Gene Krupa (ab 1941, berühmt sein Duett mit Anita O’Day), Coleman Hawkins, Chu Berry und Billie Holiday. Als sich das Krupa-Orchester 1943 auflöste, leitete Eldridge wiederum eine eigene Formation und spielte in New York, Toronto, Chicago und in Kalifornien. 1944/45 tourte er als Solist mit der populären Big Band von Artie Shaw. Nach seinem Ausscheiden bei Shaw (das z.T. durch die Rassendiskriminierung bedingt war[4]), arbeitete er mit Norman Granz zusammen, der ihn auf seiner ersten Jazz at the Philharmonic-Tournee dabei haben wollte. Nach dem Zweiten Weltkrieg spielte er zeitweise wieder bei Goodman (Paris 1950) und Krupa sowie in den Jazz at the Philharmonic-Konzerttourneen durch die USA und Europa von 1952 an. Er hielt sich eine Zeitlang in Europa auf, schrieb in Paris seine Memoiren und nahm Schallplatten in Schweden auf. Nach seiner Rückkehr in die USA, zu der ihn Granz überreden konnte, hatte er im April 1951 ein triumphales Comeback im Jazzclub Birdland. Es entstanden weitere Aufnahmen auf dem Clef-Label von Granz, u.a. mit Coleman Hawkins. 1956 traf er im Verve-Studio zu einer Reunion mit Gene Krupa und Anita O'Day zusammen (Drummer Man). Wie Charles Mingus, Jo Jones und Eric Dolphy gehörte auch er zu den Musikern, die 1960 ein Gegenfestival zum Newport Jazz Festival organisierten (gemeinsame Plattenaufnahme als Newport Rebels). Von 1963 bis 1965 fungierte er als Leiter der Band von Ella Fitzgerald, außerdem trat er auf Festivals mit Gillespie, Herb Ellis, Stan Getz, Sonny Stitt, Oscar Peterson, Johnny Hodges, Budd Johnson und vielen anderen Musikern auf, mit denen auch Schallplatten-Aufnahmen, z. B. auf Pablo Records, entstanden. In den 1970er Jahren spielte er regelmäßig im Jimmy Ryans in New York. 1971 wurde er in die Down Beat-Hall of Fame gewählt. Als Trumpet Kings trat er mit Gillespie, Harry Edison, Clark Terry und John Faddis auf. 1975 und 1977 war er Gast auf dem Montreux Jazz Festival. Letzte Auftritte hatte Eldridge 1979 mit einem Quintett bei einem Armstrong-Gedenkkonzert in Chicago. Im Jahr 1980 erlitt er einen Schlaganfall; er starb 1989. Wegen seiner Kleinwüchsigkeit bekam er den Spitznamen Little Jazz. BedeutungRoy Eldridges Trompetenstil stellt ein wichtiges Bindeglied zwischen den frühen traditionellen Stilen eines Louis Armstrong oder Red Allen und der nachfolgenden Bebop-Spielweise von Dizzy Gillespie dar. Markenzeichen war sein Spiel in den hohen Lagen; Down Beat merkte dazu 1936 an: Er spielte fast Saxophon auf der Trompete. Er spielt höher und schneller als Louis Armstrong.[5] Eldridges Improvisationen bestechen heute noch sowohl durch technische Brillanz als auch durch ihr einmalig expressives und emotionales Feuer. Der Innovator Eldridge setzte Maßstäbe für eine neue, differenzierte Spielweise auf seinem Instrument. Sein Spiel hat den jungen Dizzy Gillespie hörbar und nachhaltig beeinflusst. Diskographie
DVD
Literatur
WeblinksAnmerkungen
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