Dr. Hoch’s Konservatorium - Musikakademie in Frankfurt am Main wurde am 22. September1878 als Stiftung des vier Jahre zuvor verstorbenen Frankfurter Bürgers Joseph Hoch als musikalisch-künstlerische Ausbildungsstätte für alle Altersstufen gegründet. In seinem Testament hatte Hoch für ein solches Institut „die Förderung der Musik in jeder Weise und die unentgeltliche Unterweisung unvermögender musikalischer Talente in allen Zweigen der Tonkunst" verfügt. Hierfür stellte er sein gesamtes Vermögen im Wert von einer Million Goldmark zur Verfügung:
„Für den Fall meines kinderlosen Ablebens, oder für den Fall, dass die von mir hinterlassenen Kinder und Erben ohne Hinterlassenschaft ehelicher Leibeserben sterben würden, ist mein liebster Wille, daß mein gesamtes Vermögen (mit alleiniger Ausnahme des in diesem Testament und seinen Beilagen zu anderen Zwecken bestimmten) dazu diene, um in Frankfurt am Main, meiner Heimatstadt, eine Anstalt für Musik unter dem Namen Dr. Hoch's Conservatorium zu gründen und zu unterhalten.“
– Dr. Joseph Hoch: Testament vom 14. Juli 1857
Die Deutsche Bundesbank würdigte die Bedeutung des Konservatoriums, indem sie auf der Rückseite der früheren 100-DM-Banknote das ursprüngliche Institutsgebäude in der Eschersheimer Landstraße 4 ablichtete. Die Vorderseite trug ein Bild von Clara Schumann, Dozentin für Klavier.[1]
Das nach wie vor bestehende Konservatorium - Musikakademie bietet heute in seiner "Abteilung für Nachwuchs- und Begabtenförderung" (ANA) von der musikalischen Früherziehung über Instrumental- und Gesangsunterricht, Ballett, Alte Musik, Neue Musik und allgemeine Musiklehre Kurse für Kinder und Schüler bis zur Studienvorbereitung (Pre-College-Frankfurt) an. Absolventen der Studienvorbereitung werden gezielt auf eine Aufnahmeprüfung an einer Hochschule/Konservatorium vorbereitet. Die "Studienabteilung" bildet im Studiengang Instrumental- und Gesangspädagogik Berufsmusiker mit den Abschlüssen Staatliche Musiklehrerprüfung bzw. Diplom aus.
1880: Schwere Differenzen zwischen Raff und Julius Stockhausen, der am 1. September ausscheidet.
1882: Joachim Raff stirbt am 24. Juni. Als Nachfolger wird am 11. November Bernhard Scholz verpflichtet.
1883: 21. Januar: Sezession der Raff-Anhänger, die im April zur Eröffnung des Raff-Konservatoriums führt.
21. März: Bernhard Scholz tritt sein Amt an.
1884: Julius Stockhausen scheidet abermals aus (1. April).
September: Eröffnung des Seminars (Leitung: Iwan Knorr).
1886: September: Eröffnung der Vorschule: Hans Pfitzner studiert am Hoch'schen Konservatorium (als Stipendiat) bis 1890.
1888: 29. April: Einweihung des neuen Konservatoriumsgebäudes.
1890: Dr. Theodor Mettenheimer übernimmt den Vorsitz im Kuratorium. Staatssubvention für jeweils 2 Stipendiaten. Engelbert Humperdincks Lehrtätigkeit (1890-97).
1892: Clara Schumann scheidet aus. Das Hoch'sche Konservatorium übernimmt die Ausbildung der Stipendiaten der Mozart-Stiftung.
1896: Clara Schumann stirbt am 20. Mai.
1901: Heinrich Hanau wird Stiftungsvorsitzender (bis 1904).
1904: Emil Sulzbach zum Vorsitzenden berufen (bis 1923).
1908: Bernhard Scholz tritt zurück. Iwan Knorr wird Direktor. Eröffnung der Orchesterschule.
1909: Paul Hindemith als Stipendiat in die Klasse Rebner aufgenommen.
1916: Am 22. Januar stirbt Iwan Knorr. Im September übernimmt Waldemar von Bausznern das Amt des Direktors.
1918: Eröffnung des Schulgesang-Seminars.
1921: Spannungen zwischen Kuratorium und Direktor. Die Geldentwertung nötigt die Stiftung, Zuschüsse von Stadt und Staat zu erbitten. Hochschulpläne für Frankfurt (Leo Kestenberg).
1923: Am 27. April scheidet Waldemar von Bausznern aus. Denkschrift der Stadt Frankfurt. Hermann Scherchen bewirbt sich um die Stelle des Direktors. Rücktritt Emil Sulzbachs.
1924: Bernhard Sekles wird Direktor. Eröffnung der Opernschule. Dr. Oswald Feis übernimmt den Vorsitz im Kuratorium.
1926: Privatmusiklehrerseminar und »Konservatorium für Musikhörende« eröffnet.
1928: Eröffnung der Jazz-Klasse unter Leitung von Matyás Seiber. Konzerte im Volksbildungsheim (Hermann von Schmeidel).
1931: Musikalische Früherziehungskurse.
1933: Entlassung des Direktors Bernhard Sekles und sämtlicher jüdischer und ausländischer Lehrkräfte (10. April).
Stiftungsvorsitzender wird Dr. Hans Rumpf, Direktor Bertil Wetzelsberger.
17. Oktober: Eröffnung der »Hochschule für Musik und Theater der Stadt Frankfurt am Main« ohne Genehmigung des Kultusministers. Wachsender Einfluss des Generalintendanten Hans Meißner.
1937: 19. Oktober: Vertrag zwischen der Stadt Frankfurt und der Stiftung Dr. Hoch's Konservatorium über die Errichtung einer Staatlichen Hochschule für Musik.
1938: 1. April: Eröffnung der Staatlichen Hochschule. Das Konservatorium wird zur Vorschule degradiert.
1943: 4. Oktober: Zerstörung des Konservatoriumsgebäudes bei einem Luftangriff. Übersiedlung ins Passavant-Gontard'sche Palais.
1944: Februar: Zerstörung des Palais (Bombenangriff).
1947: Wiedereröffnung der Abteilung für Kirchenmusik im April, der Abteilung für Schulmusik im Herbst.
1950: Walther Davisson wird »Künstlerischer Leiter« der Hochschule.
1951: Wiederbeginn der Arbeit des Hoch'schen Konservatoriums. Als Stiftungsvorsitzender fungiert jeweils ein hauptamtlicher Stadtrat.
1954: Die Leitung von Hochschule und Konservatorium wird einem Direktorium übertragen.
1958: Philipp Mohler wird Direktor der Hochschule und - in Personalunion - des Hoch'schen Konservatoriums.
1967: Der Frankfurter Magistrat annulliert den Vertrag von 1937.
1971: Pläne zur Fusion des Konservatoriums mit der Jugendmusikschule stoßen auf Ablehnung. Das Konservatorium wird zu einem Bindeglied zwischen Musikschule und Musikhochschule ausgebaut.
1973: Philipp Mohler legt die Leitung des Hoch'schen Konservatoriums nieder. Klaus Volk wird Direktor des Konservatoriums und - in Personalunion - der Jugendmusikschule.
1977: Klaus Volk scheidet aus. Kommissarischer Leiter des Konservatoriums wird zunächst der Rektor des Musikhochschule, Prof. Hans Dieter Resch, dann (1978) Alois Kottmann.
1979: Frank Stähle wird Direktor (bis 2007). Unter seiner Leitung wird ein neuer Strukturplan realisiert und die Berufsausbildung am Institut wieder ins Leben gerufen
2002: Dr. Hoch's Konservatorium wird der Akademiestatus verliehen.
2005: Einzug in das neu entstandene Bildungszentrum Ostend.