|
Article on other languages: |
Die Giftnattern (Elapidae) stellen eine Familie der Schlangen (Serpentes) mit etwa 170 Arten dar. Es handelt sich bei ihnen um die zweite große Gruppe von Giftschlangen neben den Vipern (Viperidae). Innerhalb der Giftnattern finden sich sehr viele Arten mit hochpotenten Nervengiften, zum Beispiel die Taipane, Kobras, Mambas, Tigerottern oder Braunschlangen, wobei die Inlandtaipane die giftigsten sind. Anders als die Nattern (Colubridae) produzieren Giftnattern ein giftiges Sekret, welches durch lange vorn im Kiefer stehende Giftzähne über den Giftapparat in ein Beutetier oder in einen potentiellen Feind injiziert werden kann.
MerkmaleGiftnattern unterscheiden sich in der Grundstruktur ihres Körpers kaum von den nahe verwandten Nattern, obwohl eine Reihe von Arten durchaus Besonderheiten in der Anatomie aufweisen können. So haben beispielsweise die verschiedenen Kobragattungen einen spreizbaren Nackenschild, der in der Drohaltung ausgebreitet wird, und die Seeschlangen einen für das Meeresleben angepassten Körperbau mit verschiedenen Modifikationen der inneren und äußeren Anatomie. Der wichtigste Unterschied zu den Nattern besteht im Aufbau des Giftapparates und der Giftzähne. Diese stehen vorn im Kiefer und sind proteroglyph (Schlangen mit vorderständigen, feststehenden Furchenzähnen) gebaut, besitzen also eine Giftrinne, in der das Schlangengift fließt. Bei einigen Arten wie der Südafrikanischen Speikobra (Hemachatus haemachatus) sind diese Zähne so modifiziert, dass die Schlangen das Gift auch mehrere Meter weit speien können. Nattern (Colubridae) und Giftnattern (Elapidae) sind von anderen Schlangenfamilien auch leicht durch die Kopfbeschuppung zu unterscheiden. So haben Nattern und Giftnattern einen Kopf, der nicht weit vom Rumpf absteht und wenige, große Schuppen. Die Schuppen sind einzeln benannt (z. B. Rostrale, Nasale, Internasale usw.). Vipern haben hingegen viele Schuppen, die scheinbar willkürlich gewachsen sind. VerbreitungGiftnattern leben in fast allen tropischen und subtropischen Regionen und kommen entsprechend auf allen Kontinenten mit Ausnahme Europas und der Antarktis vor. Zudem sind die zu ihnen zählenden Seeschlangen in großen Teilen der warmen Meeresgebiete, insbesondere im Indischen Ozean und Pazifischen Ozean zu finden. Systematik
Giftzahn bei einer Rotbäuchigen Schwarzotter (freigelegt)
Als wichtigste Autapomorphie der Giftnattern wird der Bau des Giftapparates mit den vorn im Kiefer stehenden, proteroglyphen Giftzähnen angesehen. Die ebenfalls mit Giftdrüsen versehenen Trugnattern gehören den Giftnattern entsprechend nicht an, weil ihre Giftzähne sich weit hinten im Rachen befinden – sie werden den Nattern (Colubridae) zugeordnet. Sie werden im Regelfall in zwei Taxa aufgeteilt, denen der Rang der Unterfamilie gegeben wird. Dabei handelt es sich zum einen um die Echten Giftnattern (Elapinae) und zum anderen um die Seeschlangen und australoasiatische Giftnattern (Hydrophiinae). Die folgende Liste gibt die bekannten Gattungen der Gruppe wider:
Literatur
|
This article is from Wikipedia. All text is available under the terms of the GNU Free Documentation License.