Fletcher Henderson

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Fletcher Hamilton Henderson, Jr. (* 18. Dezember 1897 in Cuthbert, Georgia; † 28. Dezember 1952 in New York, N.Y.) war ein US-amerikanischer (Jazz-)Pianist, Bandleader und Komponist.

Inhaltsverzeichnis

Biografie

Henderson wird in Cuthbert, Georgia, geboren. Er kommt aus der Mittelschicht, sein Vater ist Schuldirektor, seine Mutter unterrichtet Klavier. Er besucht die Universität in Atlanta, Georgia (USA) und graduiert im Jahr 1920. Henderson zieht nach New York, um an der Columbia-Universität den Magister im Bereich Chemie abzulegen.

Henderson versucht - aufgrund der Rassendiskriminierung vergebens - Arbeit in einem Chemieunternehmen zu finden. Er spielt Piano auf einem der zahlreichen River Boats auf dem Hudson River und beschließt Musiker zu werden. Arbeit findet er schließlich in der Harry Pace/W.C. Handy's Music Publishing Company. Ebenfalls ist Henderson bei der Black Swan Recording Company angestellt, zuständig als Musikdirektor und Pianist. Er organisiert Auftritte der Bluessängerin Ethel Waters und spielt mit der Band Black Swan Troubadours auf diesen Konzerten. Sein Erfolg in musikalischer Hinsicht lässt Henderson das Chemiestudium vergessen.

1922 gründet er seine eigene Band, die bis 1924 im Club Alabam in New York, später im Roseland Ballroom, spielt. Schnell bekommt sie den Ruf als beste „farbige“ Band in New York. Hendersons Musik wird von Paul Whiteman inspiriert. Henderson wirbt 1924 den aufstrebenden Trompeter Louis Armstrong von der King Oliver’s Creole Jazz Band ab und kommt dank Armstrong auf neue Ideen zur Instrumentation und zum Arrangement. Nach und nach präsentierten sich neben Armstrong auch Henry „Red“ Allen, Joe Smith, Rex Stewart, Tommy Ladnier, Jimmy Harrison und Roy Eldridge in Hendersons Band. Die Jazz-Größen Coleman Hawkins, Buster Bailey, Benny Carter und Chu Berry gastieren ebenfalls in seiner Big-Band. Zu beginn der dreißiger Jahre des 20. Jahrhunderts hilft Fletchers jüngerer Bruder, Horace Henderson (1904-89) bei den Arrangements. Obwohl die Band sehr populär ist, hat Henderson selbst wenig geschäftlichen Erfolg. Nach einem Verkehrsunfall 1928 verliert er gänzlich das geschäftliche Interesse und versucht sich nie mehr als Geschäftsführer. Dafür wird er ein anerkannter Arrangeur, seine Arbeit beeinflusst nachhaltig die Musik-Welt. Zusätzlich zu seiner eigenen Band arbeitet Henderson für die Bands von Teddy Hill, Isham Jones und Benny Goodman. 1934 wird das Orchester von Benny Goodman für die Radiosendung Let’s Dance engagiert. Da die Sendung wöchentlich neue Titel auflegen muss, kauft sie einige von Hendersons Arrangements. Viele Erfolge Goodmans stammen aus der Feder von Fletcher Henderson. Im Jahre 1939 löst Henderson seine eigene Band endgültig auf und arbeitet ausschließlich für Benny Goodman als Pianist und Arrangeur; erstmalig ist, dass eine „weiße“ Band zusammen mit einem „schwarzen“ Musiker auf der Bühne spielt. 1948 bis 1949 gibt Henderson zusammen mit Ethel Waters einige Konzerte. Henderson erleidet 1950 einen Schlaganfall, ist teilweise gelähmt, kann seitdem nicht mehr spielen. Er stirbt 1952 in New York City.

Henderson ist der erste Jazz-Künstler, der eine Big-Band gründete. Seine Arrangements für sowohl „schwarze“ als auch „weiße“ Orchester sind der Beginn der Swing Era. Henderson wird gelegentlich als eigentlicher „King of Swing“ bezeichnet.

Bekannte Titel (Auswahl)

  • Charleston Crazy
  • I’m Gonna See You (When Your Troubles Are Just Like Mine)
  • Chattanooga (Down In Tennessee)
  • Old Black Joe's Blues
  • Potomac River Blues
  • Shake Your Feet
  • Swanee River Blues
  • Warhorse Mamma
  • Oh! Sister, Ain’t That Hot
  • Mamma’s Gonna Slow You Down
  • Darktown Has A Gay White Way
  • Cotton Picker’s Ball
  • Why Put The Blame On You?
  • Sud Bustin’ Blues
  • Wish I Had You (And I’m Gonna Get You Blues)
  • I Wish I Could Make You Cry
  • Say Say Sadie
  • Feelin’ The Way I Do
  • Ghost Of The Blues
  • Tea Pot Dome Blues
  • My Papa Doesn’t Two-Time No Time
  • Driftwood
  • Red Hot Mama

Diskographische Hinweise

Die Schallplatten-Aufnahmen von Fletcher Henderson erscheinen, beginnend mit dem Jahr 1921 und endend 1938, beim Reissue-Label Classics. Hervorhebenswert sind die Editionen The Complete louis armstrong with fletcher henderson bei Forte mit Aufnahmen von 1924/25; The Harmony and Vocalion Sessions, Vol 1 und 2 bei Timeless Records mit Aufnahmen von 1926 bis 1928. Auf Columbia Records erschien A Study in Frustration: The fletcher henderson story mit Aufnahmen der Jahre 1923 bis 1938.

Weblinks

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