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Ein Flageolettton ist ein Ton eines Saiteninstruments, der einer höheren als der Grundfrequenz der Saite, also deren 2., 3., ... Teilton entspricht. Er entsteht durch künstliche Bildung von Schwingungsknoten, d.h. leichten Fingeraufsatz auf die Teilungspunkte 1:2, 1:3 usw. Die Bezeichnung stammt vom Flageolett-ähnlichen (flötenähnlichen) Klang dieser Töne auf der Violine. Physikalisch entsprechen Flageoletttöne den Naturtönen bei Blasinstrumenten, bei denen durch entsprechende Techniken (Überblasen) zusätzliche Schwingungsknoten in der Luftsäule erzeugt werden. Unterscheidungen
Bei Saiteninstrumenten gilt: je höher das Flageolett, desto schlechter spricht es an und desto schwieriger ist es hervorzubringen. Je nachdem, welches Intervall zwischen dem Ausgangston und dem Flageolettton liegt, variiert die Höhe des tatsächlich klingenden Tones:
TonhöhenDa die erklingenden Tonhöhen Teil der Naturtonreihe sind, weichen sie von der üblichen gleichschwebenden Stimmung mehr oder weniger ab. Ein Terzflageolett klingt beispielsweise 14 Cent tiefer als die fest gegriffene große Terz. Mit Flageoletttönen können somit Tonfolgen in reiner Stimmung gespielt werden. Natürliche Flageoletts mit einem Abstand von mehr als einer Oktave zur leeren Saite klingen an den entsprechenden Stellen (Duodezime, Doppeloktave, Doppeloktave plus große Terz, Doppeloktave plus Quint etc.) gleich wie die fest gegriffenen Töne. Da die Flageolett-Töne jedoch besser "anspringen" und auch bei leicht ungenauem Greifen noch nicht falsch klingen, werden sie in schnellen Streicher-Passagen häufig eingesetzt. Ein besonderer Effekt ist auch das Flageolett-Glissando, bei dem - anders als beim fest gegriffenen Glissando - nicht alle Töne, sondern nur die Obertöne der jeweiligen leeren Saite zum Klingen gebracht werden. Flageoletttöne können gut zum Stimmen von (insbesondere tieferen) Saiteninstrumenten wie etwa Gitarre, Cello und Kontrabass genutzt werden. Dazu wird ein geeigneter natürlicher Flageolettton zugleich mit dem Grundton einer anderen, höheren leeren Saite gespielt und verglichen. Eine Abweichung zwischen den Tonhöhen ist dann durch Schwebungen klar hörbar. Die folgende Zeichnung zeigt verschiedene natürliche Flageoletts auf der A-Saite der Gitarre im Vergleich zu einfach gegriffenen Saiten. Die "Berechnungen" sind nicht formal richtig aufgeschrieben, sondern stellen lediglich eine vereinfachte Kurzschrift dar. Weblinks |
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