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Charles Delaunay (* 18. Januar 1911 in Vineuil-Saint-Firmin (im Département Loir-et-Cher), Frankreich; † 16. Februar 1988 nahe Paris, Frankreich) war ein französischer Jazz-Autor, Jazz-Experte und lange Leiter und Begründer des Hot club de France.
LebenEr war der Sohn des Malers Robert Delaunay und seiner Maler-Ehefrau Sonia und so seit frühester Jugend mit den Pariser Künstlerkreisen vertraut (u. a. Pablo Picasso, Guillaume Apollinaire, Georges Braque, Jean Cocteau, Igor Strawinsky). Schon früh war er in französischen Jazz-Kreisen aktiv, zentriert um den von seinem Freund Pierre Nourry 1932 gegründeten und lange von Delaunay und Panassie geleiteten Hot Club de France. Delaunay und Hugues Panassié initiierten dort 1934 das berühmte Quintette du Hot Club de France mit Stéphane Grappelli und Django Reinhardt (sowie anfangs Louis Vola am Bass, Djangos Bruder Joseph und Roger Chaput an den Rhythmus-Gitarren, zeitweise durch Pierre "Baro" Ferret ersetzt). Außerdem organisierte er Konzerte, z. B. mit Benny Carter. Während des Krieges führte er den Hot Club weiter und gab über 100 Platten für die in Frankreich „Zazou“ genannten Swing-Kids heraus, war aber auch ab 1942 in der Résistance (und zeitweise auch bei der Flak). Nach dem Krieg kam es zwischen dem französischen Jazz-Papst Hugues Panassié, der den Krieg relativ komfortabel im Südwesten Frankreichs verbrachte, und Delaunay zum Streit über die Bebop-Bewegung, die Delaunay Ende der 1940er Jahre in New York kennengelernt hatte und in Frankreich förderte, während Panassié den Modern Jazz ablehnte. Der Bebop wurde dann in Paris Ende der 1940er, Anfang der 1950er Jahre die Musik der Existentialisten in den Clubs von Saint-Germain-de-Prés, wie etwa geschildert von Boris Vian. Delaunay war lange der Leiter der 1935 gegründeten Jazz-Zeitschrift Le Jazz Hot (eine der ältesten Jazz-Zeitschriften), Mitbegründer von Jazz Magazine und Leiter der 1948 von ihm gegründeten Schallplattenfirma Disques Vogue (deren Jazzproduktion endete 1960, ab 1992 zu BMG). Bekannt ist er vor allem als Autor einer berühmten Swing-Diskographie, der „Hot Discography“, die fünf Auflagen erlebte. Dies ist gleichzeitig die erste veröffentlichte Jazz-Diskographie überhaupt. Er starb an der Parkinson-Krankheit. Er war auch bildender Künstler und porträtierte beispielsweise Jazzmusiker. Werke
Literatur
Weblinks
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