|
Article on other languages: |
Cantaloupe Island[1] ist ein Jazzstandard von Herbie Hancock, der erstmals 1964 veröffentlicht wurde. Der Titel wird dem modalen Jazz zugeordnet und ist vom Funk beeinflusst. Er besteht aus nur drei verschiedenen Harmonien: f-Moll, Des-Dur (als Septakkord), d-Moll. Die Eindringlichkeit – des mit nur 16 Takten vergleichsweise kurzen Jazzstandards – entsteht durch Wiederholung desselben.
Aufnahmen von HancockDer Titel wurde erstmals im Jahr 1964 auf dem Album Empyrean Isles (Blue Note) veröffentlicht und gehört – neben Aufnahmen wie Rockit (1983) und Watermelon Man (1962) – heute zu Hancocks wohl bekanntesten Stücken. Eingespielt wurde es in der Besetzung: Herbie Hancock (Klavier), Freddie Hubbard (Kornett), Ron Carter (Bass), Tony Williams (Schlagzeug). Mit Williams und Carter spielte Hancock seit 1963 bei Miles Davis (Miles in Antibes, Columbia, 1993); ab 1965 bildeten sie mit Wayne Shorter das sogenannte „zweite große Miles Davis Quintet“ mit dem Aufnahmen wie E.S.P. (1965), Sorcerer (1967) oder Nefertiti (1967) eingespielt wurden. Produziert wurde die Aufnahme, die am 17. Juni 1964 im Studio von Rudy Van Gelder in Englewood Cliffs entstand, von Blue-Note-Gründer Alfred Lion.[2] Die Aufnahme hat eine Länge von 5:30 Minuten. Der Jazzkritiker und -historiker Ted Gioia schrieb auf jazz.com über den Titel:
Mit Cantelope Island vom Funk-Fusion-Album Secrets (Columbia Records, 1976) veröffentlichte Hancock eine modifizierte Version von Cantaloupe Island. Über die Aufnahme, die mit Wah Wah Watson und Bennie Maupin entstand, schrieb Richard S. Ginell von Allmusic.com:
Bekannt wurden auch einige Live-Aufnahmen. Darunter eine vierhändige Version, bei der Hancock sich auf dem Münchener Klaviersommer am 15. Juli 1988 an einem Bösendorfer Computerflügel „selbst begleitet“ (Herbie Hancock Special with Bobby McFerrin and Michael Brecker, 1988). Eine weitere Aufnahme entstand während der Tournee zu Jack DeJohnettes Album Parallel Realities, dabei spielte Hancock mit DeJohnette (Schlagzeug), Pat Metheny (Gitarre) und Dave Holland (Bass) auf dem Mellon Jazz Festival in Philadelphia am 23. Juni 1990 (DeJohnette, Hancock, Holland, Metheny in Concert, 2000). Cantaloop von Us3Die britische Band Us3 (auch unter Us3 featuring Rahsaan veröffentlicht) brachte den Titel 1993 unter dem Namen Cantaloop (Flip Fantasia) in einer Hip-Hop-Version heraus. Über ein Sample des Pianoparts von Hancock wurde dabei ein Rap von Rahsaan Kelly[5] und ein Trompeterpart von Gerard Persencer eingespielt. Produziert wurde der Titel, der dem Jazz-Rap bzw. Acid Jazz zugeordnet wird, von Geoff Wilkinson und Mel Simpson. Eingeleitet wird der Titel mit einem Sample des Birdland-Ansagers Pee Wee Marquette, das ursprünglich auf Art Blakeys A Night at Birdland (Blue Note, 1954) zu hören war. Cantaloop wurde zusammen mit dem Album Hand on the Torch, das eine Hommage an Blue Note und seinen Gründer Alfred Lion darstellt, der bis dahin größte kommerzielle Erfolg des Blue Note Labels.[6] In den USA erreichte die Single Platz 9 der Billboard Hot 100,[7] das Album verkaufte sich mehr als 1.000.000 mal und erhielt somit Platin, in Großbritannien, Japan und Kanada erhielt das Album Gold.[6] In einem Interview äußerte sich Hancock, der auf einem Konzert sein Cantaloupe Island scherzhaft als „etwas von einer Band namens Us3“[8] ankündigte, positiv über diese Version: „I thought it was pretty cool.“[9] Ron Wynn von Allmusic schrieb in seinem Review zu Hand on the Torch:
Cantaloop erlangte insbesondere durch Filme (Super Mario Bros., 1993; Jimmy Hollywood, 1994; It Takes Two, 1995), Fernsehshows (Willemsens Woche, ZDF, 1994–1998) und Werbespots (Tassimo, 2005) weltweit einen hohen Bekanntheitsgrad. In Deutschland wurde es in den 1990er Jahren nach einem Werbespot für ein Eis der Firma Schöller auch mit dem Zusatztitel The Song of Manhattan verkauft, dabei war Manhattan der Name des zu bewerbenden Eises.[11] Weitere Interpretationen
Fußnoten
Weblinks |
This article is from Wikipedia. All text is available under the terms of the GNU Free Documentation License.