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Ahmad Schāh Durrānī auch bekannt als Ahmad Schah Abdālī (Paschto:احمد خان ابدالی) (* 1722 in Multan[1] in Pakistan; † Juni 1772 in Kandahar in Afghanistan) war der Gründer der Durrani Dynastie, die über Teile von Afghanistan, Iran, Pakistan und Indien herrschte. Die Paschtunen nennen ihn oft Ahmad Schah Baba. Geboren wurde er als Ahmad Khan 1722 in Multan. Er gehörte zum den paschtunischen Sadozai, einer Nebenlinie der Abdali. Ahmad Khan war der zweite Sohn von Mohammed Zaman Khan, der Clanchef der Abdali. Ahmad Khan und sein Bruder Zulfikar Khan waren in ihrer Jugend Gefangene des Hussein Khans in Kandahar. Hussein Khan war der Gouverneur der Ghilzai über Kandahar. Die Ghilzai hatten 1722 die Hauptstadt der Safawiden Isfahan erobert und so der Herrschaft der Safawiden ein Ende gesetzt. An deren Stelle trat die kurzlebige Hotaki-Dynastie. Ahmad Khan kam erst frei, als Nadir Schah die Ghilzai aus dem iranischen Reich vertrieb und 1736/1737 die Stadt Kandahar eroberte.
Aufstieg zur MachtDer Clan der Abdali gehörte bald zu den Gefolgsleuten Nadir Schahs und Ahmad Khan befehligte eine Kavallarieeinheit von etwa 4.000 Mann.[2] Als Nadir Schah 1747 starb, brach sein Reich auseinander. Den Osten konnte Ahmad Khan, der durch eine Loya Jirga zum Volkesführer ernannt wurde und nun Ahmad Schah hieß, in kurzer Zeit unter seine Kontrolle bringen. Schon bald eroberte er Ghazni von den Ghilzai und stürzte den lokalen Herrscher von Kabul. So herrschte er über den größten Teil Afghanistans. Ahmad Khan fiel zwischen den Jahren 1747 und 1753 dreimal im Punjab ein. 1748 überquerte er den Indus und bedrohte das Mogulreich. Aus Furcht vor einem Angriff auf ihre Hauptstadt Delhi, überließen die Mogulen 1749 die Regionen Sindh und Punjab Ahmad Schah. 1750 fiel Herat und 1751 Nishapur und Meshed an ihn. Aber 1751 fielen die Sihks in den Punjab ein und eroberten Lahore. Ahmad Schah musste dieser Gefahr begegnen und vertrieb die Sihks. Danach fiel Ahmad Schah 1752 in Kaschmir ein und wollte das Gebiet nördlich des Hindukush erobern. 1756/1757 fiel Ahmad Schah zum vierten Mal in Indien ein und plünderte Delhi.[3] Er stürzte aber nicht die Dynastie der Moghulen, sondern setzte mit Alamgir II. eine Marionette ein. Alamgir II. wurde später der Schwiegervater von Ahmad Schahs Sohn Timor Schah. Auf seinem Rückweg nach Afghanistan 1757 griff Ahmad Schah den Goldenen Tempel der Sihks in Amritsar an und richtete eine Blutbad an.[4] Mit dem langsamen aber sicheren Niedergang der Mogulen wurden andere Fürstentümer immer stärker. In dieser Zeit begann auch die britische Kolonisierung Indiens. So erstarkten auch die Marathen und fielen 1758 im Punjab ein. Sie vertrieben Timor Schah und mit ihm seine Verwalter. Diese Schmach gegen seinen Sohn brachte Ahmad Schah dazu, gegen die Marathen zu ziehen. Er erklärte einen Dschihad gegen sie und erhielt von vielen muslimischen Stämmen und Völkern Hilfe. 1759 erreichte Ahmad Schah Lahore und im Januar 1761 kam es bei Panipat zur der Dritten Schlacht von Panipat [5] Die Afghanen unter Ahmad Schah gewannen diese Schlacht. Dies markierte auch den Höhepunkt von Ahmad Schahs Macht. Er hatte zeitweilig nach dem Osmanischen Reich das größte muslimische Reich. Doch dieser Zustand hielt nicht lange an, denn Ende 1761 brach ein Aufstand des Sikhs im Punjab aus. Ahmad Schah musste zum sechsten Mal in den Punjab ziehen, um die Rebellion zu ersticken. Er griff Lahore und Amritsar an. Aber in den nächsten zwei Jahren rebellierten die Sikhs nochmal gegen Ahmad Schah, so dass er 1764 nochmal eine Kampagne gegen sie führen musste. Er konnte den Aufstand niederschlagen, aber die Gefahr durch die Sikhs nicht völlig verbannen. Bei einem anderen Feldzug verloren die Afghanen unter ihrem General Jahan Khan mit 5.000 Toten gegen die Sikhs, die später auch das afghanischen Militärlager plünderten. Ahmad Schah war zur dieser Zeit schon erkrankt. 1764 begann sein Krebsleiden, ein Tumor im Gesicht, zu Tage zu treten. Er verbrachte seine letzte Zeit in Afghanistan und verstarb im Juni 1772.
Einzelnachweise
Quellen
Weblinks
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