2006 ist in Österreich Mozartjahr (anlässlich des 250. Geburtstages des Komponisten). Allein Ende Januar fanden (auch in Deutschland) hunderte Veranstaltungen statt. Auch der 150. Geburtstag von Sigmund Freud wird mit Kongressen etc. begangen, ebenso der 100. Geburtstag des Logikers Kurt Gödel.
2006 ist in Norwegen Ibsenjahr (anlässlich des 100. Todestages des Dramatikers)
2006 wäre Hans Asperger (1906–1980), nach welchem das Asperger-Syndrom benannt wurde, 100 Jahre alt geworden. Darum wurde dieses Jahr mit Unterstützung des australischen Asperger-Spezialisten Tony Attwood zum „Internationalen Asperger-Jahr“ ernannt.
Das Wiesenschaumkraut(Cardamine pratensis) ist Blume des Jahres (Stiftung Naturschutz Hamburg und Stiftung zum Schutze gefährdeter Pflanzen/Deutschland)
Die Koppe(Cottus gobio) ist Fisch des Jahres (Verband Deutscher Sportfischer/Deutschland)
1. Januar: In Polen tritt Lech Wałęsa aus der einst von ihm gegründeten Gewerkschaft Solidarność wegen deren Unterstützung der gegenwärtigen polnischen Regierung im Wahlkampf aus.
4. Januar: Der israelische Ministerpräsident Ariel Scharon erleidet einen schweren Schlaganfall und wird in ein künstliches Koma versetzt.
13. Januar: Bei einem US-Luftangriff auf das pakistanische Dorf Damadolab werden führende El-Kaida-Mitglieder getötet, darunter möglicherweise auch Abu Khabab al-Masri.
16. Januar: In Liberia wird erstmals in der Geschichte des afrikanischen Kontinents mit Ellen Johnson-Sirleaf eine Frau als gewähltes Staatsoberhaupt vereidigt.
26. Januar: Marianne Birthler wird erneut vom Bundestag zur Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen der DDR gewählt
Februar
1. Februar: Im Westjordanland beginnen israelische Sicherheitskräfte gegen den gewaltsamen Widerstand jüdischer Siedler mit der Zerstörung des Außenpostens Amona.
5. Februar: Moslemische Demonstranten gegen die umstrittenen Mohammed-Karikaturen setzen das dänische Konsulat im Libanon in Brand. In Folge führen Proteste in anderen islamischen Ländern zu weiteren Gewalttaten und Bedrohung von EU-Institutionen.
11. März, Den Haag: Serbiens früherer Ministerpräsident Slobodan Milošević, seit 2001 beim UN-Kriegsverbrechertribunal inhaftiert, wird in seiner Zelle tot aufgefunden. Die Chefanklägerin Del Ponte hält Selbstmord als Ausweg vor der Verurteilung für möglich, was aber dementiert wird. Serbische Anhänger sprechen von Mord, und Moskauer Kreise glauben nicht an eine objektive Autopsie. Belgrads Behörden möchten verhindern, dass sein Grab zur unerwünschten Pilgerstätte wird. [2]
13. März: Die Autopsie Miloševićs ergibt einen Herzinfarkt als Todesursache, was anderweitige Gerüchte in Serbien und Demonstrationen seiner Anhänger beendet. Nach langer Diskussion wird Miloševićs Begräbnis doch nicht in Moskau, sondern in seinem serbischen Geburtsort sein. Aufgebahrt wird er im Belgrader „Museum der Revolution“.
20. März: Die Präsidentenwahl in Weißrussland gewinnt Amtsinhaber Alexander Lukaschenka angeblich mit 82,6 %. Die OSZE und Wahlbeobachter stellen fest, dass die Wahlen nicht fair waren und internationalen Normen widersprachen. In Minsk demonstrieren Tausende Weißrussen trotz massiver Drohungen der Regierung.
1. Mai: 99 Tage nach ihrer Entführung im Irak werden die deutschen Ingenieure René Bräunlich und Thomas Nitzschke freigelassen. Mehrfach waren Videos aufgetaucht, auf denen mit der Ermordung der Deutschen gedroht wurde. Appelle der Familie, Mahnwachen in Leipzig und politische Statements begleiteten das Ereignis.
5. Mai: Die sudanesische Regierung und die bedeutende Fraktion der Sudanesischen Befreiungsarmee (SLA) unter Minni Arcua Minnawi unterzeichnen ein Friedensabkommen in Abuja (Darfur-Krise).
27. Mai: Erste Demonstration in Moskau für die Rechte von homosexuellen Menschen, wo erst 1993 die Strafbarkeit von Homosexualität in Russland aufgehoben wurde. Bei der Demonstration wird der deutsche Politiker Volker Beck verletzt.
20. Juni: Das Bundesverfassungsgericht bestätigt, dass auch für Kinder streng religiöser Eltern eine Schulpflicht besteht und bei Nichteinhaltung der Schulpflicht strafrechtlich sanktioniert werden darf.
26. Juni: In einem Referendum lehnen in Italien die Wähler eine Reform der italienischen Verfassung ab.
19. Juli: In den USA befürworten Senat und Repräsentantenhaus eine Lockerung bei der mit staatlichen Mitteln geförderten Stammzellforschung, wogegen der amerikanische Präsident Bush erstmals in seiner Amtszeit ein Veto einlegt.
21. Juli: Laut Angaben von Amnesty International verstößt Lettland mit dem Verbot einer Demonstration homosexueller Menschen in seiner Hauptstadt Riga gegen die Menschenrechte.
24. Juli: Das Flüchtlingsdrama vor den Kanarischen Inseln (Spanien) dauert an.
Der Bürgerkrieg in Sri Lanka flammt wieder auf. Nach Schätzungen des Roten Kreuzes fliehen annähernd 20.000 bis 30.000 Menschen aus der überwiegend von Moslems bewohnten Stadt Mutur im Bürgerkriegsgebiet.
2. August: Die israelische Armee dringt tiefer in den Libanon ein: Kämpfe auch in der Region Baalbek.
2. August: Der kubanische Präsident Fidel Castro gibt aufgrund wachsender gesundheitlicher Probleme seine Amtspflichten vorläufig an seinen Bruder Raúl ab.
3. August: Die Stadt New York ruft erstmal in ihrer Geschichte den Hitzenotstand aus.
10. August: Am Londoner Flughafen Heathrow werden 21 Terroristen festgenommen, welche mehrere Flugzeuge im Flug sprengen wollten.
2. September: In Tyrus/Libanon trifft das erste italienische Kontingent der Friedenstruppe von 900 Soldaten der UNO-Blauhelmtruppen (UNIFIL) im Krisengebiet ein.
10. September: Die sozialistische Partei des Premierministers Milo Đukanović mit dem Namen „Democratic Party of Socialists“ gewinnt die ersten Wahlen im Land Montenegro.
6. Oktober: 80.000 Menschen demonstrieren in Budapest gegen den ungarischen Ministerpräsidenten Gyurcsany, der zuvor zugab, bei Fragen über die Staatsfinanzen gelogen zu haben.
11. Oktober: Ein Kleinflugzeug mit dem Baseball-Profi Cory Lidle als Pilot stürzt in ein Hochhaus in New York. Ein terroristischer Hintergrund wird ausgeschlossen.
18. Oktober: Nordkorea will Atombomben in Serie zünden. Eine Eskalation der Situation droht, weil Nordkorea sich gegen die Interessen der Weltgemeinschaft stellt.
4. November: Stromausfall in Westeuropa, 10 Millionen Menschen sitzen im Dunklen. Vermutet wird, dass die Abschaltung einer Hochspannungsleitung im Emsland Auslöser hierfür ist.
5. November: Der ehemalige irakische Präsident Saddam Hussein wird von einem Sondergericht wegen eines Massakers an Schiiten (1982) zum Tode verurteilt.
20. November: Der 18-jährige Sebastian B. betritt gegen 9.30 Uhr maskiert das Gelände seiner ehemaligen Schule Geschwister-Scholl-Schule in Emsdetten und schießt wahllos auf Schüler und Lehrer. Er verletzt 37 Menschen zum Teil schwer und begeht anschließend Suizid.
6. Dezember: Ein Schüler droht im Internet damit, in einer Schule in Baden-Württemberg Amok zu laufen und löst damit in ganz Baden-Württemberg Angst aus.
11. Dezember: Die EU setzt die Beitrittsverhandlungen mit der Türkei teilweise aus.
30. Dezember: Bei einem Bombenanschlag der baskischen Separatistenorganisation ETA auf ein Parkhaus des Flughafens Madrid-Barajas kommen zwei Ecuadorianer ums Leben.
31. Dezember: Nach einer Bilanz der Hilfsorganisation Reporter ohne Grenzen ist das Jahr 2006 insgesamt eines der gefährlichsten Jahre für Journalisten seit Beginn der statistischen Erhebung: In 21 Ländern wurden 81 Medienvertreter in Ausübung ihres Berufes getötet. Außerdem wurden 56 Reporter Opfer von Entführungen, in erster Linie im Irak und im Gazastreifen. Darüber hinaus kamen 32 Mitarbeiter von Medienvertretern (Fahrer, Übersetzer und Techniker) bei ihrer unterstützenden Arbeit ums Leben. Dabei war der Irak erwartungsgemäß zum vierten Mal hintereinander das gefährlichste Land für Journalisten mit 64 Opfern, gefolgt von Mexiko mit neun und den Philippinen mit sechs. Toten.[3]
Wissenschaft und Technik
Sonde „New Horizons“
20. Januar: Die NASA startet die weltweit erste Pluto-Sonde „New Horizons“. Die etwa klaviergroße Raumsonde wird im Juli 2013 am Zwergplaneten eintreffen. Anfang 2007 werden erstmals die sieben wissenschaftlichen Instrumente getestet.
22. Juli: Beginn des Baus eines solarthermischen Kraftwerkes Andasol1 in Spanien, das von der Solar Millennium AG in Erlangen gebaut wird. Das Kraftwerk ermöglicht künftig eine Stromerzeugung für 200.000 Menschen.
24. August: Im Altai-Gebirge, Mongolei, wird eine 2.500 Jahre alte Mumie in einem Grab gefunden
13. September: Der größte Zwergplanet im Sonnensystem mit der bisherigen Bezeichnung „2003 UB313“ erhält den offiziellen Namen „Eris“; sein Satellit bekommt den offiziellen Namen „Dysnomia“.
3. Dezember 10.53 Uhr: Sprengung des 337 Meter hohen Kamins des ehemaligen Kraftwerks in Westerholt. Dieser Kamin war der höchste Kamin in Deutschland und das höchste freistehende Bauwerk, welches jemals kontrolliert gesprengt wurde.
31. Januar: Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im Januar auf 5,012 Millionen gestiegen. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich um 1,0 % auf 12,1 %.
Juni: Die Investmentgesellschaft Mecom des britischen Medienunternehmers David Montgomery kauft für 970 Mill. Euro das norwegische Medienunternehmen Orkla Media
12. Juli: Das Unternehmen Microsoft wird von der EU mit einem Bußgeld von 280,5 Millionen € belegt
17. Juli: Laut Mitteilung des Statistischen Bundesamt in Wiesbaden hält der Jobabbau in der deutschen Industrie an. Gleichzeitig wurde mehr an Arbeitsstunden gearbeitet und der Gesamtumsatz der Unternehmen zog um 15,4 Prozent auf 135,5 Milliarden Euro an.
22. Juli: Das russische Unternehmen Yukos wird für insolvent erklärt.
24. Juli: Das Computerunternehmen AMD gibt die beabsichtigte Übernahme von ATI Technologies, einem führenden Anbieter von Computergrafik-Chips, bekannt.
29. Juli: Das amerikanische Unternehmen Wal-Mart verkauft seine 85 Filialen in Deutschland an das deutsche Unternehmen Metro AG und zieht sich aus Deutschland zurück
31. Juli: Der Konzern Alliance Boots entsteht durch die Fusion der Unternehmen Alliance UniChem Plc und Boots Group PLC in England.
Januar 2006: Im Rahmen des Mozartjahres finden in Österreich und Deutschland allein in diesem Monat einige tausend Veranstaltungen statt. Die meisten gruppieren sich um den 27. Januar, dem 250. Geburtstag des österreichischen Komponisten.
Juni: der Unternehmer Ronals S. Lauder kauft das Portrait Adele Bloch-Bauers des Malers Gustav Klimt für die Rekordsumme von 135 Millionen US-Dollar (106,7 Mio. Euro), damit ist es das teuerste bisher verkaufte Bild.
15. Juli: Zum ersten Mal seit dem Jahr 2003 findet in Berlin wieder eine Loveparade statt. Der Erfolg ist überwältigend – 1.200.000 Raver nehmen friedlich an der Parade teil.
3. August: Mit einem dreiteiligen Ausstellungskomplex feiern die Staatlichen Museen zu Berlin den 400. Geburtstag des niederländischen Künstlers Rembrandt
1. September: In Oslo, Norwegen werden die zwei im August 2004 aus dem Munch-Museum geraubten Edvard-Munch-Bilder „Der Schrei“ und „Madonna“ an die Polizei zurückgegeben.
8. Januar: Ein Erdbeben von 6,9 auf der Richterskala in Griechenland verursacht Sachschäden und lässt die Afrikanische Platte um einen bis sechs Meter näher an Europa heranrücken.
15. Januar: Eine Kältewelle in Südasien in Bangladesch fordert mehr als 100 Menschenleben.
23. Januar: Der kälteste Tag des Winters bringt bei Tiefstwerten bis unter minus 34 °C vier Todesopfer in Deutschland. Die Kältewelle aus Russland trifft in Europa Polen besonders hart, wo seit Winterbeginn 150 Menschen erfroren sind.
Januar bis März 2006: in weiten Teilen Europas ist ungewöhnlich häufiger Schneefall zu verzeichnen. Die Schneedecke bleibt auch in vielen Städten durchgehend erhalten, obwohl die Gesamtmenge in manchen Regionen unter dem Jahresmittel liegt. Eine weitere Folge sind unüblich viele Lawinenabgänge in den Alpen
27. März: Als endlich die Temperaturen in Deutschland dem Frühling nahe sind, gibt es auch schon den ersten großen Sturm. Eine kurze aber sehr starke Windhose fegt am Abend über den Osten und Süden der HansestadtHamburg hinweg und hinterlässt Schäden in Millionenhöhe. Zwei Kranfahrer werden getötet, als ihre Kräne durch die Wucht des Windes umgeworfen werden. Rund 300.000 Hamburger waren zeitweilig ohne Strom.
12. Mai: Der Taifun Chanchu fegt über die Philippinen hinweg und trifft später auf Südchina. Mindestens 88 Menschen sterben.
27. Mai: Die indonesische Insel Java, nahe Yogyakarta, wird von einem schweren Erdbeben erschüttert; Über 5400 Menschen werden getötet, Tausende verletzt.
28. Juni: Bei einem heftigen Unwetter mit bis zu 10 cm großen Hagelkörnern kommt im Bereich Trossingen/Villingen-Schwenningen (Baden-Württemberg) ein Mensch ums Leben, es entstehen Sachschäden in dreistelliger Millionenhöhe.
Der Juli 2006 geht als wärmster Monat seit Beginn der Wetteraufzeichnungen in die Geschichte der deutschen Meteorologie ein.
12. Juli: erreicht der Taifun Ewiniar die koreanische Halbinsel. Es kommt zu sehr starken Regenfällen. Erst im Laufe des August wird allmählich das Ausmaß der Katastrophe in Nordkorea bekannt. Nach unterschiedlichen Angaben sind viele tausend, möglicherweise auch Zehntausende Menschen ums Leben gekommen.
17. Juli: Ein durch ein Seebeben verursachter Tsunami tötet auf Java mehr als 500 Menschen.
2. Oktober: Ein T5/F2 Tornado verwüstet um etwa 2:00 Uhr morgens die Gemeinde Quirla in Thüringen.
November: Der wärmste Herbst seit Beginn der Wetteraufzeichnungen in Deutschland. Insgesamt war das Jahr eins der wärmsten seit Beginn dieser Aufzeichnungen.
9. November: Mit der Einweihung der neuen Hauptsynagoge Ohel Jakob entsteht in der LandeshauptstadtMünchen das neue jüdische Zentrum. Eröffnung von Gemeindehaus und Jüdischem Museum folgt im Frühjahr 2007.