14. Juni: Das Fraternisierungsverbot wird gelockert. Demzufolge erhalten britische Besatzungssoldaten in Deutschland die Erlaubnis, mit kleinen Kindern zu sprechen.
15. Juni: Neugründung der SPD in Berlin, eine zweite SPD-Keimzelle entsteht.
2. August: Potsdamer Abkommen zwischen Stalin, Attlee und Truman. Deutschland soll entmilitarisiert und entnazifiziert werden und den Siegermächten Kriegsentschädigung in Form von Demontagen leisten; die Umsiedlung der deutschen Bevölkerung jenseits von Oder und Neiße soll in geordneter und humanitärer Weise erfolgen (tatsächlich fordern die längst im Gange befindlichen Vertreibungsmaßnahmen zahllose Todesopfer).
2. September: Die japanische Kapitulation wird auf der USS Missouri in der Bucht von Tokyo unterzeichnet.
8. September: US-amerikanische Truppen besetzen den Süden Koreas, nachdem sowjetische Truppen bereits den Norden besetzt haben; der 38. Breitengrad dient als Demarkationslinie zwischen den Besatzungszonen.
26. September: Bei Göttingen wird das Aufnahmelager Friedland für Flüchtlinge und Vertriebene aus Ostdeutschland und Osteuropa geschaffen.
5. Oktober: In Wennigsen bei Hannover findet die erste Gesamtkonferenz der SPD nach dem Krieg statt. Vertreten sind sowohl Politiker aus dem Exil als auch aus allen vier Besatzungszonen.
6. Oktober: Die britische Besatzungsmacht verbietet dem Kölner Oberbürgermeister Konrad Adenauer jedwede parteipolitische Aktivitäten.
4. Dezember: Dem entlassenen Kölner Oberbürgermeister Konrad Adenauer wird von der britischen Militärregierung die zuvor von ihr verbotene politische Betätigung wieder erlaubt.
4. Dezember: Der US-Senat billigt mit 65:7 Stimmen den Beitritt der USA zur UNO.
14. Dezember: In Bad Godesberg treffen christdemokratische Politiker aus den drei Westzonen zusammen und beschließen die Grundung der CDU. Vertreter aus der sowjetischen Zone wurden an der Anreise gehindert.
16. Dezember: In Moskau beginnt die Außenministerkonferenz der Vertreter der USA, der UdSSR und Großbritanniens. Die Sowjetunion verzichtet auf eine Beteiligung an der Militärverwaltung in Japan und stimmt der Aufnahme zweier nichtkommunistischer Minister in die Regierungen Rumäniens und Bulgariens zu.
27. Dezember: In Palästina kommt es zu einer Welle von Anschlägen gegen britische Einrichtungen, die 10 Todesopfer fordert. In der Folge nimmt die britische Mandatsmacht über 2000 Juden in Haft.
2. Januar: Nürnberg wird in einem alliierten Luftangriff weitgehend, die historisch wertvolle Altstadt vollständig zerstört.
9. Januar: US-Truppen landen an der Küste des Golfs von Lingayen im Norden Luzons.
12. Januar: Die Rote Armee beginnt mit ihrer Großoffensive von den Weichselbrückenköpfen aus. Bereits zwei Wochen später steht sie vor Breslau und Frankfurt (Oder).
20. Januar: Die ungarische Regierung unter dem amtierenden Ministerpräsidenten Béla Miklós bietet den Alliierten die Kapitulation an und erklärt sich bereit, gegen die Deutschen zu kämpfen, die den Westen des Landes besetzt halten.
28. Januar: In Folge des britischen Vormarsches in Burma kann die Burmastraße zur Versorgung Chinas mit alliierten Hilfsgütern wieder eröffnet werden.
30. Januar: Durch ein sowjetisches U-Boot wird der Dampfer „Wilhelm Gustloff“ versenkt. Von ca. 10.000 Menschen (Flüchtlinge aus Ostpreußen) an Bord überlebten nur etwa 1200 Menschen; es handelt sich um die größte Schiffskatastrophe der Weltgeschichte.
13.–15. Februar: Die Alliierten unternehmen einen schweren Luftangriff auf Dresden, der schätzungsweise 25.000 – 35.000 Tote fordert. Die Dresdener Innenstadt wird völlig zerstört.
16. Februar: Die US-Amerikaner landen auf der Insel Corregidor, die den Eingang zur Manila-Bucht kontrolliert. Die Eroberung der Insel ist am 26. Februar abgeschlossen.
23. Februar: Die Innenstadt Pforzheims wird fast vollständig durch einen britischen Luftangriff mit 379 Bombern zerstört – er fordert rund 20.300 Tote binnen 22 Minuten; damit verliert Pforzheim fast ein Drittel seiner Bevölkerung und ist somit die Stadt, die prozentual am meisten Opfer im Luftkrieg zu beklagen hat.
23. Februar: Während des Kampfes um Iwojima hissen US-amerikanische Soldaten die Flagge der USA auf dem Vulkan Suribachi. Das Foto dieser Aktion wird zu einer Ikone der Kriegsberichterstattung.
6. März: Die Deutschen unternehmen mit der Plattenseeoffensive einen der letzten taktischen Vorstöße des Krieges; sie scheitert bereits nach wenigen Tagen.
9. März: Die USA unternehmen einen Nachtangriff auf Tokio; das Bomaberdement fordert über 100.000 Tote und ist damit der schwerste Luftangriff der Geschichte.
16. März: Würzburg wird durch einen Luftangriff zu 75 % zerstört. Der Angriff fordert rund 5000 Tote.
18. März: Berlin: 1250 amerikanische Bomber fliegen einen Angriff.
18. März: Kolberg wird von der Roten Armee eingenommen. Der Ortsname war durch den gleichnamigen Propagandafilm zum Schlagwort für den geforderten Durchhaltewillen geworden.
19. März: Nerobefehl: Hitler ordnet an, alle Verkehrs-, Nachrichten- und Industrieanlagen, die in die Hand der Alliierten fallen könnten, zu zerstören.
19. März: Zerstörung Hanaus durch britischen Luftangriff.
22. März: Die historische Fachwerk-Altstadt in Hildesheim wird bei einem alliierten Bombenangriff fast vollständig zerstört, darunter das bekannte Knochenhaueramtshaus.
23. März: Amerikanische Truppen überqueren den Rhein bei Oppenheim und gehen auf den Angriff auf Darmstadt über, das eingekesselt wird und kapituliert.
4. April: Befreiung Ungarns durch sowjetische Truppen und Beginn der stalinistischen Zeit.
5. April: Deutsche Truppen räumen Sarajevo und ziehen sich nach Österreich zurück.
6. April: Die Rote Armee beginnt mit dem Angriff auf das eingeschlossene Königsberg, das am 9. April kapituliert; die deutsche Bevölkerung wird vertrieben.
1. Mai: Das letzte deutsche U-Boot des Zweiten Weltkrieges wird in Dienst gestellt; besonders starke Tieffliegertätigkeit im gesamten Norddeutschen Raum.
9. Mai: Um 0:01 Uhr tritt die Gesamtkapitulation der deutschen Wehrmacht in Kraft und wird im Auftrag von Dönitz durch Generalfeldmarschall Wilhelm Keitel in Berlin-Karlshorst ratifiziert
12. Mai: Endgültige Kapitulation deutscher Restverbände im umkämpften Prag, welches somit den letzten großen Kriegsschauplatz Europas im Zweiten Weltkrieg darstellt.
15. Mai: Bei Poljana in Slowenien kämpfen letzte Wehrmachtsverbände in Gefechten gegen jugoslawische Truppen.
23. Mai: Karl Dönitz wird mit den Mitgliedern der „provisorischen Reichsregierung“ verhaftet
5. Juli: Die USA erklären die Befreiung der Philippinen für abgeschlossen; tatsächlich halten sich einzelne japanische Widerstandsnester bis zur endgültigen Kapitulation.
21. Juli: Alliierte Truppen schließen die Eroberung Borneos ab.
Universität Wien Zulassung von Frauen als ordentliche Hörerinnen an der Katholisch-theologischen Fakultät (1897 an der Philosophischen, 1900 an der Medizinischen, 1919 Rechts- und staatswissenschaftlichen und 1922 an der Evangelisch-theologischen Fakultät).
24. Januar: In Peenemünde wird eine geflügelte Version der A4/V2-Rakete, die A4b, erstmals erfolgreich gestartet. Sie soll die doppelte Reichweite der A4 erreichen, stürzt allerdings wegen eines Flügelbruchs vorzeitig ab. Es kommt zu keinem weiteren Start dieses Flugkörpers mehr.
1. März: Der Pilot des ersten senkrecht startenden bemannten Raketenflugzeugs, einer Natter von den Bachem-Werken kommt beim Start ums Leben.
Oktober: In der Nähe von Cuxhaven wird Vertretern der alliierten Besatzungsmächte anhand von drei Versuchsstarts die Technik der „Vergeltungswaffe“ V2 demonstriert (Operation Blackfire).
23. Juli: Private Banken und Versicherungen werden in der SBZ durch SMAD-Befehl Nummer 10 geschlossen. Die weitere Abwicklung ist kurze Zeit später durch öffentliche Institute, etwa die Sächsische Landesbank vorzunehmen. Die Maßnahme ist ein erster Schritt zur Umgestaltung des Wirtschaftssystems nach sozialistischerIdeologie.
3. Mai: Britische Jagdbomber versenken die Schiffe Cap Arcona und Thielbek in der Neustädter Bucht, ohne zu wissen, dass diese Schiffe gerade KZ-Häftlinge transportieren. Schätzungsweise 380 Mann Wachmannschaft und Besatzung und 7000 KZ-Häftlinge sterben bei diesem Unglück.